Überlebt die R50 Pro den Härtetest?

(Review by Daniel)

R50 Pro Seeker LE

Die R50 Pro Seeker LE von Olight ist eine Taschenlampe welche sich hauptsächlich an Einsatzkräfte richtet. Als Student gehöre ich also nicht zur eigentlichen Zielgruppe der Law Enforcement Version der R50 Pro Seeker. Da ich aber bereits seit einigen Jahren mit grossem Interesse die Entwicklung auf dem Markt der Taschenlampe verfolge, war ich sehr gespannt, was die R50 Pro alles zu bieten hat. Ob sie meinen Erwartungen gerecht wurde erfahrt ihr im nachfolgenden Review.

Die Taschenlampe


Die R50 wird in einer relativ grossen und stabilen Kartonschachtel geliefert. Öffnet man die Verpackung, sieht man als erstes die Taschenlampe. Das Zubehör ist im unteren Teil der Schachtel verstaut.

Das Design


Das Design der R50 ist ähnlich, wie bei vielen anderen Taschenlampen von Olight. Der Lampenkörper ist schlicht gehalten. Vor dem Lampenkopf wird die Lampe sechseckig, in diesem Teil sind der Schalter sowie ein Infrarotsensor integriert. Der Ring um den Hauptschalter sowie die Krone am oberen Ende sind blau eingefärbt.

Für Licht sorg eine XHP70 LED von Cree. Diese sitzt perfekt zentriert hinter dem Reflektor. Gemäss Datenblatt der LED ist ein Strom von ca. 4.5 Ampere nötig, um die von Olight angegebenen 3200 Lumen zu erreichen. Der Akku muss auf der höchsten Stufe also einiges an Strom liefern.

Der Schalter an der Seite der Lampe ist aus Gummi. Ausserdem ist eine rote LED integriert, welche kurz aufleuchtet, falls die Lampe verriegelt ist. Am Ende der Lampe befinden sich die Kontakte zum Laden der R50. Ebenfalls ist ein Magnet im Ende der Lampe verbaut. Damit lässt sich die R50 an magnetischen Oberflächen anbringen oder sie kann zum aufsammeln von magnetischen Gegenständen (z.B. Schrauben) eingesetzt werden.

Der Akku


Ein Grund, weshalb ich mich sehr für die R50 Pro interessiere ist der verwendete Akku. Anders als bei vielen anderen Lampen wird hier kein 18650er, sondern ein 26650er Akku verwendet. Dieser ist gleich lang, allerding etwas dicker als ein üblicher 18650er Akku. Beim mitgelieferten Akku ist der Pluspol ebenfalls auf die Unterseite geführt. Dies ist notwendig, um den Akku direkt in der Taschenlampe zu laden.

Der 26650er Akku hat aus meiner Sicht zwei Vorteile. Durch die höhere Kapazität, wird die Laufzeit der Lampe verlängert. Ausserdem liegt die R50 Pro sehr angenehm in der Hand, da durch den dickeren Akku auch die Lampe dicker wird. Lampen mit einem 18650er Akku sind mir oft zu dünn. Auf dem nachfolgenden Bild ist die R50 im Vergleich zu einer MH20 von Nitecore abgebildet.

Die Bedienung


Die Bedienung der R50 Pro ist, wie bei den meisten Lampen von Olight, sehr einfach. Durch einfaches drücken des Hauptschalters wird die Lampe ein- und ausgeschalten. Sie merkt sich dabei die zuletzt verwendete Helligkeitsstufe. Ist die Lampe an, kann durch drücken und halten zwischen den drei verschiedenen Helligkeitsstufen (60 Lumen, 400 Lumen, 1500 Lumen) gewechselt werden. In den Turbomodus mit 3200 Lumen kommt man durch einen Doppelklick des Schalters. Durch dreifaches Drücken des Schalters aktiviert man den Stroboskop Modus. Ist die Lampe aus, kommt man durch drücken und Halten direkt in den tiefsten Modus mit 60 Lumen. Hält man den Taster weiter gedrückt, geht die Lampe wieder aus und ist gesperrt. In diesem Zustand leuchtet der Taster rot, wenn man versucht die R50 einzuschalten. Erst durch erneutes drücken und halten des Schalters kann die Lampe wieder entriegelt werden. Diese Funktion ist sehr praktisch um versehentliches Einschalten der R50 beim Transport zu verhindern.

Die Helligkeit


Wie bereits erwähnt hat die R50 Pro vier verschiedene Helligkeitsmodi. Die nachfolgenden Bilder zeigen den Unterschied zwischen den verschiedenen Stufen. Alle vier Bilder wurden mit den gleichen Einstellungen aufgenommen (ISO 1600, Blende 3.5, Verschlusszeit 1/3 s).

Auf den Bildern ist ebenfalls zu erkennen, dass die R50 Pro einen breiten Abstrahlwinkel hat. Es gibt keinen extremen Spot, wodurch die Lampe auch nicht sehr weit leuchtet. Olight gibt die maximale Leuchtweite mit 250m an. Meiner Meinung nach eignet sich die R50 Pro aber besser zum Ausleuchten der näheren Umgebung.

Die Maximale Helligkeit von 3200 Lumen liefert die R50 Pro laut Olight nur für 1.5 Minuten, danach regelt sie auf 1000 Lumen herunter. Auch auf der Stufe mit 1500 Lumen wird nach ca. 10 Minuten auf 1000 Lumen heruntergeregelt. Ich wollte dies natürlich noch etwas genauer wissen und habe die Helligkeit der R50 deshalb mit einem Smartphone gemessen. Dabei entstanden die nachfolgenden zwei Diagramme.

Hinweis: Die Helligkeit wurde mit einem Smartphone gemessen und anschliessend linear in Lumen umgerechnet. Die Angegebenen Lumen entsprechen nicht der Realität. Die Diagramme sollen lediglich den Helligkeitsverlauf und nicht den exakten Lichtstrom zeigen.

Im ersten Diagramm ist der Helligkeitsverlauf auf allen vier Stufen über 5 Minuten zu sehen. Auf den drei niedrigen Stufen ist über diese Zeit keine nennenswerte Helligkeitsabnahme zu beobachten. Im Turbo Modus nimmt die Helligkeit bereits in den ersten 1.5 Minuten leicht ab. Danach sinkt die Helligkeit sehr schnell und erst nach gut 4.5 Minuten hat sie sich wieder stabilisiert. Das zweite Diagramm zeigt den Verlauf bei 1500 Lumen über 1200 Minuten. Wie von Olight angegeben sinkt die Helligkeit nach 10 Minuten. Nach ca. 11 Minuten bleibt die Helligkeit stabil.

Das Zubehör


Neben der Taschenlampe befindet sich auch einiges an Zubehör in der Verpackung. Was mich besonders überrascht hat, war das Holster. Viele Taschenlampen werden mit Holster ausgeliefert. Ein so hochwertiges wie bei der R50 Pro habe ich aber noch nie gesehen. Das verwendete Material ist relativ dick. Die Taschenlampe sitzt perfekt im Holster. Über eine Lasche auf der Rückseite lässt sich das Holster einfach am Gurt befestigen.

Die Ladestation


Der Unterschied von der LE Version zur „normalen“ R50 Pro ist die mitgelieferte Ladestation. Neben der Ladestation selbst sind auch mehrere Klettverschlüsse, Schrauben, Dübel und zwei Halterungen im Lieferumfang. Damit lässt sich die Ladestation an verschiedensten Orten befestigen. Die beiden Halterungen lassen sich direkt an eine Wand schrauben oder können alternativ mit einem Klettverschluss befestigt werden. Die Ladestation lässt sich dann ganz einfach in die Halterungen schieben.

Für die Stromversorgung sind ebenfalls zwei Möglichkeiten vorhanden. Neben dem normalen Stromadapter für die Steckdose ist auch ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder im Auto dabei.

Die R50 lässt sich einfach in die Ladestation stellen und hält dank des integrierten Magneten bombenfest. Während dem Laden leuchtet eine LED an der Ladestation rot. Ist die Lampe fast voll, wird die LED orange und schlussendlich schaltet sie auf Grün, wenn die R50 vollständig geladen ist.

Doch das ist noch nicht alles. Die Ladestation hat noch eine weitere Funktion, wozu der bereits erwähnte Infrarotsensor in der R50 benötigt wird. Über einen kleinen Schalter an der Seite kann der Notlicht Modus aktiviert werden. Kommt es dann zu einem Stromausfall, schaltet sich die R50 automatisch ein und man steht nicht komplett im Dunkeln. Kommt der Strom zurück, schaltet sich die Lampe nach einigen Sekunden wieder aus. Im nachfolgenden GIF wird der Stromausfall durch ausstecken des Netzkabels simuliert.

 

Der Härtetest


Nachdem ich alle Funktionen der R50 ausprobiert hatte, wollte ich sie noch einem Härtetest unterziehen. Ich erinnerte mich an ein Video, welches ich vor einigen Jahren gesehen habe. Dort wurde eine M20 Warrior von Olight, neben diversen anderen Härtetests, eingefroren. Und genau diesen Test wollte ich auch mit der R50 Pro durchführen. Nach 5 Stunden in der Tiefkühltruhe befand sich die R50 in einem Eisklotz.

Die Kälte konnte ihr scheinbar nichts anhaben. Obwohl sie komplett eingefroren war, leuchtete sie weiterhin auf der niedrigsten Stufe. Ich befreite die R50 Pro aus dem Eis und probierte aus, ob auch alle weiteren Modi noch funktionierten. Glücklicherweise waren alles Tests positiv. Die erste Enttäuschung kam erst, als ich die Lampe öffnete, um nach dem Akku zu schauen. Im Inneren der R50 hatte sich Wasser angesammelt.

Ich trocknete die Lampe deshalb so gut es ging und liess sie über Nacht weiter trocknen. Am nächsten Tag dann die zweite Enttäuschung. Plötzlich funktionierte nichts mehr. Die R50 liess sich nicht mehr einschalten und ich bemerkte, dass die Glasscheibe von innen beschlagen war. Ich liess sie also einen weiteren Tag trocknen und versuchte mit einem Fön die restliche Feuchtigkeit weg zu bringen. Und plötzlich erwachte die R50 Pro Seeker zu neuem Leben. Mein Fazit: Die R50 hat den Härtetest im Eis überstanden. Ich würde es aber niemandem empfehlen, die Taschenlampe einzufrieren.

Das Fazit


Die R50 Pro Seeker ist eine solide Lampe, welche in vielen Situationen das richtige Licht bringt. Das hochwertige Holster und die Langen Akkulaufzeiten machen sie zu einer super Lampe für unterwegs. Die Modi sind gut gewählt, im Turbo Modus ist die R50 unglaublich hell. Nur ein „Moonlight“ Modus mit weniger als 60 Lumen habe ich vermisst. Die Ladestation bietet viele Möglichkeiten zur Befestigung und es ist sehr einfach die Lampe zu laden. Die Notlichtfunktion ist gut umgesetzt, auch wenn ich persönlich diese nicht benötige. Ich freue mich bereits, die R50 Pro Seeker ins nächste Zeltlager mitzunehmen. Empfehlen kann ich die Lampe allen, die eine gut Verarbeitete Taschenlampe suchen und sich noch eine etwas längere Akkulauzeit wünschen, als bei den weit verbreiteten Lampen mit 18650er Akku.

PS: Du hast einen 3D Drucker? Dann schau dir mein 3D Model an und drucke dir deinen eigenen Verkehrsstab zur R50: http://www.thingiverse.com/thing:2035013

R50

Olight

Olight R50 PRO Seeker Taschenlampe - Akku Edition mit USB Magnetkabel

CHF 199.00Zum Produkt

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.