Review und Vergleich Olight M3X XM-L und M3X XM-L2

von Lumenhunter

Ungefähr Ende 2010 kam die Olight M3X Triton auf den Markt. Ausgerüstet mit einer XM-L LED brachte sie es auf der hellen Stufe (High) auf 700 Lumen. Nun hat Olight der M3X ein Upgrade auf die neue XM-L2 LED gegönnt. Für Besitzer der neuen Lampe bedeutet dies mehr Lumen und mehr Reichweite und sogar leicht längere Laufzeit.

Der schweizer Taschenlampenhändler yonc.ch hat mir die alte und die neue Version für einen (Vergleichs-)Test zur Verfügung gestellt.

Daher hier erst mal die Daten des alten und neuen Modelles im Vergleich(Herstellerangaben):

 

Auf Low fällt einem als erstes auf, dass hier die Lumenzahl für diese Leuchtstufe ziemlich raufgesetzt wurden. Statt 60 Lumen, wie beim alten Modell, hat die neue Version hier nun ganze 300 Lumen. Dafür verkürzt sich die Laufzeit von 15 Stunden auf „nur“ noch 5 Stunden.

Auf High sieht man dann den Vorteil der neuen XM-L2 LED. Hier haben die Lumen von 700 auf 1000 zugenommen. Dies entspricht mehr als 42% Lumenzuwachs. Trotz der höheren Lumenzahl hat sogar die Laufzeit noch um 10 Minuten zugenommen.

Die Olight M3X gehört zu den Throwern, also zu den Lampen, die eher auf Reichweite ausgelegt sind. Und in diesem Bereich kann das neue Modell mit ganzen 22% mehr Reichweite glänzen oder in Metern ausgedrückt zusätzlichen105 Meter. Das alte Modell schaffte es auf 475 Meter. Mit der XM-L2 kommt man nun auf 580 Meter.Für die XM-L2 Version habe ich auch mal die ungefähren Luxwerte gemessen. Diese waren auf einen Meter 84‘100 Lux und auf fünf Meter gemessen 3‘457 Lux.

Um zu schauen, was die Lampe von den Batterien fordert, habe ich auch mal eine Tailcap-Messung vorgenommen (Akkus frisch geladen bei  4,18V). Dabei habe ich folgende Resultate erhalten:

XM-L: 0.08 A auf Low und 1,23 A auf High

XM-L2: 0,43 A auf Low und 2,06 A auf High

Das waren dann wohl schon die Unterschiede der beiden Lampen. Rein äusserlich ist mir keine Änderung beim neuen Modell aufgefallen. Daher gelten die folgenden Angaben für beide Modelle.

Das alte und das neue Modell im Gruppenbild:

Der einzige äusserliche Unterschied ist die Beschriftung am neuen Modell:

Weitere Angaben zu Lampe

Material:
Aluminium mit Typ III Anodisierung (schwarz)

Reflektor:
Smooth Reflektor (glatte Oberfläche)

Batterien / Akkus:
Die Lampe kann mit drei bis vier CR123A Batterien oder zwei 18650er Li-Ion Akkus betrieben werden. Die Akkus sollten einen hervorstehenden Pluspol haben. Die Verwendung von  drei oder vier 16340er Li-Ion Akkus ist scheinbar nicht vorgesehen.

Masse:
Länge: 211mm (ohne Verlängerung) 244mm (mit Verlängerung)

Durchmesser:
Kopf 63mm, Batterierohr: 25mm

Gewicht:
nur Lampe: 266 g
mit zwei 18650er Akkus: ca. 376 g (abhängig von den Verwendeten Akkus)

Sonstiges:
Die Lampe ist Wassergeschützt nach IPX8 und sollte Stürze aus 2 Metern Höhe überstehen. Bei der alten Version sind nur 1,5 Meter angegeben. Keine Ahnung, ob es nur eine marketingtechnische Anpassung ist oder ob irgendetwas im Innern der Lampe verbessert wurde.

Zubehör / Lieferumfang

Geliefert wird die Lampe in einem Koststoffköfferchen:

Am Bild auf dem Köfferchen erkennt man auch die Hauptzielgruppe dieser Lampe. Dies sind Militär, Polizei, Sicherheitsdienst und Jäger (welcher auf dem Bild auf der Rückseite zu sehen ist).

Öffnet man das Köfferchen findet man folgenden Inhalt:

Batterierohrverlängerung
Batteriemagazin (für die Verwendung von drei CR123A-Batterien)
Holster
2 Ersatz O-Ringe
Bedienungsanleitung
Garantiekarte

Beschreibung / Verarbeitung

Die Verarbeitung der Lampe ist einwandfrei. Ich konnte weder in der Anodisierung noch im Reflektor einen Fehler finden. Die Gewinnde sind ebenfalls gut geschnitten und kratzen nicht. Sie waren aber nur leicht gefettet. Bei beiden Lampen ist die LED sauber zentriert.

Das Gewinde bei der hinteren Batterieabdeckung:

Stromversorgung

Die Lampe kann in der gekürzten Form mit drei CR123A Batterien betrieben werden. Dazu werden die Batterien in ein Batteriemagazin eingelegt, welches in das Batterierohr geschoben wird.

Mit der mitgelieferten Batterierohrverlängerung kann die Lampe entweder mit vier CR123A Batterien oder mit zwei geschützten 18650er Li-Ion Akkus betrieben werden. Hier sollten gem. Olight nur Akkus mit vorstehendem Pluspol verwendet werden.

Die Bestückungsmöglichkeiten der Olight M3X:

Längenvergleich beim Betrieb mit drei CR123A oder mit zwei 18650er:

Um das versehentliche Einschalten der Lampe zu verhindern, kann die hintere Batteriefachabdeckung leicht gelöst werden. Dadurch wird der Stromfluss unterbrochen und die Lampe kann nicht mehr über ein versehentliches Drücken auf den Schalter aktiviert werden.

Beim Lampenkopf sorgt eine Feder als Verbindung zum Akku:

Auf der Schalterseite erfolgt die Verbindung zum Akku über diesen „Zapfen“:

Bedienung

Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe durch Durchdrücken des Schalters am Lampenende. Durch nur leichtes Drücken kann Momentlicht aktiviert werden:

Die Wahl der beiden verfügbaren Helligkeitsstufen erfolgt durch Drehen am Lampenkopf.
Durch Anziehen des Lampenkopfs wählt man die helle Stufe mit 1000 Lumen. Löst man den Lampenkopf leicht wechselt man in den Low-Modus mit 300 Lumen.(Lumenangaben XM-L2 Version)
Die Lampe hat ebenfalls einen Strobe-Modus. Dieser wird durch ein schnelles Festziehen und Lösen des Lampenkopfs innerhalb einer Sekunde aktiviert. Zurück in den normalen Leuchtmodus kommt man auf dem gleichen Weg. Der Strobe hat eine gleichbleibende Frequenz

Für den Wechsel der beiden Helligkeitsstufen muss man den ganzen Kopf festziehen oder lösen:

Leuchtstufen / Lichtbild / Lichtfarbe

Das Licht wird in beiden Fällen von einer LED von CREE erzeugt.Beim alten Modell ist es eine CREE XM-L und bei der neuen Version kommt die aktuelle CREE XM-L2 zu Einsatz.

Hier die LED des neuen Modells (XM-L2):

Hier die LED des alten Modells (XM-L):

Die Lampe hat „nur“ zwei Leuchtstufen. Ob nun die alten 60 oder die neuen 300 Lumen auf Low besser sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Am besten wäre natürlich eine dritte Leuchtstufe (Low, Mid, High). Für mich passen die 300 Lumen auf Low, da die Lampe sowieso ein Thrower und somit nicht zur Nahfeldausleuchtung gedacht ist.

Die Olight M3X neben einer ihrer Konkurrentinnen, der Thrunite TN31:

Im Reichweitenwettbewerb geht in diesem Fall der Sieg an die Thrunite. Diese hat jedoch auch den grösseren Durchmesser und das einiges höhere Gewicht.Und grad hier finden sich die Hauptpunkte, die für die Olight M3X sprechen. Diese ist relativ schlank und nicht besonders schwer. Trotzdem kann sie mit einer sehr guten Reichweite überzeugen

Hier ein Whitewall-Vergleich. Ich habe jeweils beide Lampen nebeneinander abgelichtet. Links die XM-L2 und rechts die XM-L.

Beide Lampen auf Low. Hier erkennt man deutlich, dass die neue Version im Low einiges heller ist:

Hier die beiden Lampen auf High. Auch hier sieht man im Spill, dass die neue Version heller ist. Auch der Spot der neuen Version ist heller als bei der alten. Dies kann man jedoch auf dem Bild nicht erkennen:

Und hier noch ein paar Keller-Beamshots:

Die XM-L auf Low und gleich anschliessend die XM-L2:

 

Die XM-L auf High und gleich anschliessend die XM-L2:

Beim Fotografieren sind mir noch die Farben am Rand des Beams aufgefallen. Ich habe daher nochmals zwei Bilder von weiter hinten gemacht, wo man die Farben sieht.

Bei der XM-L kann man aussen rum einen blauen Ring erkennen:

Ein Thrower will nicht gegen eine weisse Wand oder in einem Kellergang rumleuchten. Da kann er seine Stärken nicht zeigen. Also haben mich die beiden Olight M3X zusammen mit ein paar anderen Lampen zu einem Outdoor-Beamshoothing begleitet.Bei den aktuellen Wetterbedingungen war das eine kleine Herausforderung. Es war kalt und hat zwischendurch geschneit, der Wind hat mir fast das Stativ umgeblasen, bin nur knapp einer Hundeattacke entgangen und von einem erschrockenen Pferd zertrampelt worden, stand während den Beamshots im Schlamm und auf dem Retourweg zum Auto lag ich sogar noch in diesem, weil ich auf einer glatten Fläche ausgerutscht bin. Also voller Einsatz für das Review. ;-)

Ich habe zwei Serien gemacht. Einmal mit einem Wasserturm in 230 Metern Entfernung als Ziel (auf den Turm gezoomt) und einmal die gleiche Richtung, aber ohne Zoom und den Waldrand angeleuchtet (170 Meter).

Zuerst ein Kontrollbild vom Turm ohne Taschenlampen-Beleuchtung:

Wenn auf den folgenden Bildern das rote Licht nicht immer gleich hell ist, liegt das nicht daran, dass die Fotos unterschiedlich lange belichtet wurden, sondern weil das rote Licht am Turm nicht durchgehend leuchtet.

Da es ja um den Vergleich der alten und der neuen Version der M3X geht, habe ich mal die Bider der beiden Lampen nebeneinandergestellt (links XM-L, rechts XM-L2). Da ist schon ein deutlicher Helligkeitsunterschied festzustellen:

Wieder beide Lampen nebeneinander, auf den Waldrand gerichtet:

Und von den beiden obigen Bildern der Zielbereich vergrössert:

Wärmeableitung

Ich habe auf der Stufe High die Wärmeentwicklung gemessen um zu beurteilen, wie gut die im Innern entstehende Wärme nach aussen abgeleitet wird. Gemessen habe ich mit einem Infrarotthermometer. Gestartet habe ich die Messung bei der obersten Lamelle bei Raumtemperatur mit 27,2 Grad (ist wohl etwas zu hoch, da wahrscheinlich die Kalibrierung des Thermometers auf das Material nicht korrekt ist). Sobald die Lampe eingeschaltet wird, fängt die Temperatur kontinuierlich an zu steigen.  Nach 5 Minuten ist sie mit 42,1 Grad schon spürbar warm. Nach weiteren 5 Minuten erreicht die Lampe eine Temperatur von 45,2 Grad. Die Temperatur nimmt nur noch langsam zu. Die entstehende Wärme wird also gut nach Aussen geleitet, wo sie an die Umgebungsluft abgegeben wird.

Clip / Holster

Die Olight M3X verfügt über einen Clip, mit dem die Lampe z.B. am Gürtel befestigt werden kann. Mir scheint die Lampe jedoch schon fast zu gross, dass der Clip gross Sinn macht.

Der Clip sitz ziemlich fest. Er sollte sich aber eigentlich entfernen lassen. Ich habe das jedoch nicht ausprobiert. Zum Entfernen des Clips muss man einen Plastikring losschrauben, dann sollte sich der Clip zu Seite abziehen lassen:

Besser als mit dem Clip am Gürtel versorgt man die Lampe im mitgelieferten Holster. Dann ist auch die Linse besser vor Schmutz und Kratzern geschützt:

Zwischen-Fazit

Die M3X gehört zur Tactical Series von Olight und wurde speziell für Militär, Polizei und Jagt konzipiert. Für diese Bereiche steht noch einiges an passendem Zubehör zur Verfügung. Besitzer der alten Version können ihr Zubehör auch bei der neuen Lampe verwenden, da sich rein äusserlich nichts verändert hat. Die M3X wurde als Thrower konzipiert und nicht für die Ausleuchtung im Nahbereich. Von daher finde ich die beiden Leuchtstufen passend. Die Lampe ist gut verarbeitet und macht einen sehr stabilen Eindruck. Wer eine Lampe mit guter Reichweite sucht, welche mit zwei 18650er Akkus betrieben auch vom Gewicht her noch tragbar ist, sollte sich die Olight M3X mal anschauen.

Der Unterschied zwischen der alten und der neuen Version ist im Einsatz klar erkennbar. Von daher lohnt sich das Upgrade (auch für jemanden, der bereits die alte Version besitzt).

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