Review Klarus RS11 Akku Taschenlampe

Review von Marco

Endlich ist es soweit, die brandneue Klarus RS11 liegt vor mir.
Ausnahmsweise nicht von YonC, sondern direkt vom Hersteller aus Hong Kong.

Wie es genau dazu kam, ist eine lange Geschichte.
Kurz gesagt wurde mir von Klarus eines ihrer Topmodelle für ein Review zur Verfügung gestellt. Meine Ansprechpartnerin vom Customer Service hat sie mir kostenlos zuschicken lassen, obwohl dies laut Firmenrichtlinie anscheinend nur für die günstigen Modelle zulässig ist.
Die einzige Bedingung war, einen Bericht darüber zu schreiben.

Auf jeden Fall war dank dem tollen Service von Kathy mein erster Eindruck von Klarus schon überaus positiv, noch bevor ich jemals eine ihrer Taschenlampen in den Händen hatte…

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Die Verpackung

Nach den Vorschusslorbeeren folgt nun auch gleich der erste Kritikpunkt.
Meine Vorfreude wurde überraschend gedämpft, denn die
RS11 wird in der Kartonverpackung geliefert, die ihr auf diesem Foto seht:

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Die Verpackung an sich ist sehr ansprechend gestaltet und auch zweckmässig.
Die Lampe ruht in einem transparenten Blister, das mitgelieferte Zubehör ist ordentlich dahinter verstaut.
Nur hat mein Exemplar die lange Reise offensichtlich nicht ohne Blessuren überstanden, die Verpackung ist schon vor dem Öffnen ziemlich zerfleddert.
Dem Inhalt ist überhaupt nichts passiert, nur legt man bei einer Lampe in dieser Preisklasse auch Wert auf eine einwandfreie Verpackung.
Zugegeben, ich bin verwöhnt. Meine „Hausmarke“ Olight liefert Lampen im selben Preissegment bereits in einem stabilen Köfferchen aus Kunststoff aus. Mein Vorschlag an Klarus: Macht es doch genauso…! :-)

Der Lieferumfang

Macht man sich ans Auspacken, kommt neben der Taschenlampe selbst noch Folgendes zum Vorschein:

– Ein Holster
– Eine Trageschlaufe fürs Handgelenk
– Ein Gürtelclip
– Ein USB-Ladekabel
– Eine Gebrauchsanweisung in Englisch
– Zwei zusätzliche O-Ringe

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Vorbereitung

Hat man dann alles vor sich ausgebreitet, möchte man die RS11 natürlich auch gleich ausprobieren.
Nur geht das leider nicht, da weder Batterien noch ein Akku mitgeliefert werden. Das Killer-Feature der RS11 ist laut Klarus, dass sie per USB-Ladekabel wieder aufladbar ist.
Dann dürfte aber auch ein Akku mitgeliefert werden, da mich sonst das beste Feature erst mal nichts nützt… Ausser man hat bereits geschützte 18650er zuhause, was bei mir allerdings nicht der Fall ist. Bis auf zwei billige UltraFire habe ich nichts griffbereit, und die darf man auf keinen Fall verwenden. Also schnell auf www.yonc.ch und einen geschützten 18650er Akku bestellt.
Ich habe mir gleich das Topmodell von AW mit 3100mAh gekauft, was mit nochmal 36.- zu Buche schlägt.
Es ist sehr wichtig, die Lampe mit einem geschützten Akku zu betreiben, da laut Klarus nur so ein einwandfreier und gefahrloser Ladevorgang gewährleistet ist. Anscheinend verfügt weder die Elektronik der Lampe noch das USB-Ladekabel über einen integrierten Über- oder Unterspannungsschutz, weshalb der Akku selbst die Verantwortung dafür übernehmen muss.
Da wie gesagt gerade kein passender Akku zur Verfügung steht, weiche ich auf zwei CR123A Batterien aus. Die RS11 lässt sich nämlich auch damit problemlos betreiben.
Ich sage betreiben, bitte kommt nicht auf die Idee, diese Batterien mit dem USB-Ladekabel wieder aufzuladen…!
Für die CR123A Batterien ist der Durchmesser des Batterierohrs der Lampe allerdings etwas zu gross, was dazu führt, dass diese darin herumklappern. Der Kontakt ist dank einer stabilen Feder an der Endkappe zwar jederzeit gewährleistet, aber ich empfehle trotzdem einen Batterieadapter zu verwenden, der den Durchmesserfehler ausgleicht. Ich habe für diesen Versuch den Batterieadapter von einer meiner Olight M20 stibitzt.

Auf diesem Foto seht ihr alles was im oberen Abschnitt gerade beschrieben wurde:

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Da ich die Lampe jetzt schon zum ersten Mal auf- und wieder zugeschraubt habe, kann ich auch bereits über die Verarbeitung berichten.

Die Verarbeitung

Ganz ehrlich: Die RS11 ist spitzenmässig verarbeitet, sie braucht sich vor einem Vergleich mit meinen Olight’s nicht zu scheuen!
Die mechanische Bearbeitung, die dunkelgraue Eloxierung, die Beschriftung, der Schalter, der aus rostfreiem Stahl hergestellte Schlagring am Lampenkopf, die Linse aus Glas, der texturierte Reflektor; alles lässt keine Wünsche offen.
Beim Einlegen der Batterien fällt mir sofort auf, dass die Endkappe angenehm leichtgängig ist, beim Zuschrauben fühlt man sogar einen eindeutigen Endanschlag.

Die meisten meiner Lampen haben keinen Endanschlag der Endkappe, es liegt an mir, wie fest ich die Kappe zuschraube. Mit genügend Kraft liessen sich die Gewinde sogar überdrehen. Vom Gewinde zerschnittene O-Ringe sind auch ab und zu der Fall.
Ganz anders bei der RS11: Hier ist ein Überdrehen oder eine zerschnittene Dichtung unmöglich, so eindeutig fühlt man den Endanschlag des Gewindes. Man meint beinahe ein „Klack“ zu hören…
Den Unterschied macht ein Trapezgewinde mit grosser Steigung , statt des üblichen , messerscharfen Gewindes anderer Hersteller.
Das ganze ist auch grosszügig geschmiert, am Fett wurde nicht gespart.
Auf diesem Foto seht ihr das Trapezgewinde von Klarus, verglichen mit dem üblichen Gewinde, wie es beispielsweise Olight verwendet:

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Wie die Endkappe verhält sich auch der rostfreie Schlagring am Lampenkopf.
Auch er lässt sich einwandfrei ein- und ausschrauben, obwohl hier ein gewöhnliches Gewinde verwendet wurde, das zudem noch einen oder zwei Millimeter länger sein dürfte.
Über die Qualität eventueller weiterer Gewinde kann ich leider nichts berichten, da sich meine RS11 ohne die Verwendung von schwerem Werkzeug und Ausschalten des gesunden Menschenverstandes nicht weiter zerlegen lässt. Ich sehe eigentlich auch keinen Grund dazu.

Gebrauch

Schalten wir die RS11 endlich ein!
Klarus verwendet dazu einen Schalter am Lampenkopf, statt eines „taktischen“ Schalters am Ende der Lampe. Dies, weil der Anschluss des Ladekabels bereits diesen Platz belegt.
Für mich ist dieser Daumenschalter überhaupt kein Nachteil, denn die RS11 ist wie für meine Hand gemacht, der Schalter ist für meinen Daumen problemlos erreich- und bedienbar.
Ausserdem hat sie eine für mich ideale Grösse, ein gut ausbalanciertes Gewicht und sie fühlt sich dank der Verarbeitung und Eloxierung sehr gut an. Sie ist zwar nicht so griffig wie andere Lampen, dafür hat sie auch nicht diese sperrigen Grip-Ringe, welche einem irgendwie doch nur im Weg sind. Allerdings rollt die RS11 aufgrund ihrer Form doch auch gerne mal ein paar Zentimeter weg…
Von all meinen Lampen halte ich die Klarus mit Abstand am liebsten in meinen Händen.

Das Licht

Die RS11 verfügt über drei Helligkeitsstufen und einen Stroboskop-Modus.
Der hellste Modus ist mit realistischen 620 Lumen angegeben. Realistisch, weil ich die Lampe mit meiner Olight M20S-X und einer ArmyTek Predator, beide mit 500 Lumen, verglichen habe. Und ich kann euch sagen, die Klarus RS11 schlägt sie beide!
Der Spot der RS11 ist für eine Lampe dieser Grössenordnung wirklich bemerkenswert und gleissend hell…! Bemerkenswert ist allerdings auch die Wärmeentwicklung…
Die Lampe erreicht bei Betrieb eine beachtliche Temperatur, bleibt allerdings in einem für mich akzeptablen Rahmen.
Die Wärme, die von der LED durch die Linse abgestrahlt wird, ist bereits in einem Abstand von 30 Zentimetern zur Haut gut spürbar; stellt man die Lampe direkt auf die Haut, wird es in kurzer Zeit unangenehm heiss. Laut Klarus soll die Basis des Lampenkopfs zur Wärmeableitung mit Kühlrippen versehen worden sein.
In meinen Augen sind diese Kühlrippen aber zu wenig ausgeprägt und nicht sehr effektiv.
Dies stellt jedoch alles kein Problem dar, da der massige Körper die Wärme aufnimmt und verteilt, und der Grossteil der Wärme nach vorn abgestrahlt wird.
Vergleicht man die Klarus RS11 mit der ArmyTek Predator, kommt man zum Schluss, dass die RS11 zwar definitiv heller ist als die Predator, in der Reichweite aber weit zurückfällt.
Gut, die Predator ist momentan wohl der beste Thrower, der in dieser Grössenordnung erhältlich ist, aber selbst im Vergleich mit der Olight M20S-X, deren Reichweite mit 200 Metern angegeben wird, fällt die RS11 mit ihren höchstens 160 Metern zurück.
Dies liegt ziemlich sicher am relativ grob texturieren Reflektor, welcher zwar die Reichweite einschränkt, dafür aber ein im Nahbereich sehr angenehmes Licht liefert.
Spot und Spill sind nicht scharf voneinander abgegrenzt, sondern verwischen ineinander, ähnlich dem Licht eines aufgesetzten Diffusors.
Dies macht sie für mich zu einer idealen Lampe für den Nah- oder Innenbereich, wo Lampen mit hoher Reichweite einen blendenden Spot erzeugen würden und mit einem Diffusor versehen werden müssten.
Auf den folgenden Fotos ist links immer die Predator, rechts die RS11 zu sehen:

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Abb. Hier gut zu erkennen ist die extrem scharfe Bündelung der Predator, welche für die hohe Reichweite sorgt. Die Klarus ist zwar nicht so scharf gebündelt, strahlt jedoch ein helleres und dank dem Orange-Peel-Reflektor gleichmässigeres Licht aus.

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Abb. Das Foto oben zeigt beide Lampen im höchsten, das Foto unten im niedrigsten Modus. Gut zu erkennen ist die kreisrunde Optik der Predator, mit messerscharf abgegrenztem Spot und Spill, während das Leuchtbild der RS11 etwas verwaschener ist und Spot und Spill ineinander übergehen. Die blumenförmigen Ränder bei der RS11 werden vom Bezel verursacht.

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Der Stroboskop-Modus

Laut Theorie soll der Stroboskop-Modus einer taktischen LED-Taschenlampe zur Desorientierung eines Angreifers und damit der Selbstverteidigung dienen.
Mir persönlich ist eine direkte Blendung mit 500 Lumen bereits Grund genug mich wegzudrehen, gegenüber zusätzlichen Blitzlichtern war ich bis jetzt eher skeptisch.
Die übliche Blitzfrequenz von 10 Hertz ist für mich einfach zu „angenehm“, als dass sie bei mir tatsächlich Verwirrung stiften könnte. Für mich war es immer ein Feature, auf das ich auch ohne weiteres hätte verzichten können.
Die RS11 hat mich jedoch auch hier überrascht: Ihre etwas ungewöhnliche und sich ändernde Blitzfrequenz bringt es tatsächlich fertig, dass mir schwindlig wird…! Richte ich die Lampe mit eingeschaltetem Stroboskop auf den strukturierten Parkett- oder Küchenboden, bekomme ich nach kurzer Zeit sogar Kopfschmerzen…!
Die Klarus hat als erste Lampe überhaupt einen Stroboskop-Modus, der mich auch tatsächlich auf Distanz halten würde! :-)
Der Stroboskop-Modus wird durch einen separaten Schalter gesteuert.
Dadurch erreicht man ihn auch in Panik sofort, ohne sich umständlich durch alle anderen Modi zu klicken.

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Das USB-Ladekabel

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Der grösste Vorteil der RS11 ist, dass sie an jedem beliebigen USB-Port aufgeladen werden kann. Diese sind heutzutage allgegenwärtig, und so hat man theoretisch immer eine einsatzfähige RS11 zur Hand.
Das Ladekabel besitzt auf der einen Seite einen USB-Stecker, auf der anderen einen runden magnetischen Anschluss, der von alleine an seinen Platz springt, sobald die Lampe näher als einen Zentimeter an ihn herangeführt wird.
Der Magnet ist für seine geringe Grösse ziemlich stark.
Das ganze Prinzip hat sich Klarus wohl von Apple abgeguckt, welches mit dem sogenannten MagSafe-Anschluss seine MacBooks mit Strom versorgt.
Der Vorteil dieses Prinzips besteht darin, dass einem nicht das ganze Notebook aus den Händen gerissen wird und sprichwörtlich „abstürzt“, sollte jemand über das Netzkabel stolpern…
Mit einem Grinsen habe ich die RS11 für den ersten Ladevorgang also an mein MacBook Pro angeschlossen… :-)
Denkbar, dass Klarus eine saftige Patentrechtsklage am Hals hätte, sollte Apple jemals Wind vom Ladeprinzip der RS11 bekommen. Also Pssst…! :-)
Im Bild ebenfalls gut erkennbar ist die rote LED, welche bei beendetem Ladevorgang grün aufleuchtet.
Das Laden des fabrikneuen Akkus mit 3100mAh hat einwandfrei geklappt und knapp drei Stunden gedauert. Dabei hat sich weder das Kabel, noch die Lampe erwärmt. Test bestanden!

Das Zubehör

Das Zubehör entspricht in Umfang und Qualität dem üblichen Standard.
Wobei in meinen Augen die jeweils mitgelieferten Gürtelclips bei Taschenlampen dieser Grösse kaum noch nützlich sind.
Bei der kleinen JetBeam BC10, welche ich während der Arbeit ständig bei mir trage, macht ein Clip Sinn, aber die RS11 ist einfach zu gross und zu schwer, um sie sich anzuclipsen.
Erwähnenswert finde ich jedoch das ansprechende und gut gearbeitete Holster.
Es ist demjenigen der ArmyTek Predator sehr ähnlich, und mir gefällt diese Art von Holster.
Anfangs hatte ich Bedenken, die RS11 schalte sich aufgrund des seitlichen und erst noch vorstehenden Schalters ständig selbst ein und aus, während man sie im Holster am Gürtel trägt.
Diese Bedenken haben sich bis jetzt jedoch nicht bewahrheitet.
Achtet man darauf, wie man den Schalter positioniert, wenn man die Lampe ins Holster steckt, bleibt sie auch während dem Treppensteigen aus.

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Plusminus

Dass die Klarus trotz 620 Lumen nur um die 160 Meter Reichweite besitzt, könnte zwar bemängelt und verbessert werden, doch ich bin der Meinung, die Optik wurde mit dem Orange-Peel-Reflektor bewusst auf eine Ausleuchtung des Nahbereichs ausgelegt.
Ich persönlich bin froh, bei der RS11 auf einen Diffusor verzichten zu können, wenn ich mal kurz eine Kontaktlinse suchen muss, welche im Auto zwischen den Sitzen verschwunden ist…
Für grosse Distanzen kann ich immer noch auf meine Olight SR95 Intimidator oder meine modifizierte MagLite mit sechs D-Zellen und 1000 Lumen starkem Triple-LED-Upgrade zurückgreifen… :-)
Ich habe an der Klarus RS11 absolut nichts auszusetzen, aber wenn ich Wünsche anbringen dürfte, wären das eine hochwertigere Verpackung, ein inbegriffener Akku und eine effektivere Wärmeabfuhr, sprich eine Überarbeitung der Kühlrippen.

Mein Fazit

Meine absolute Empfehlung!
Die Klarus RS11 hat sich innerhalb von ein paar Stunden zu meiner Lieblingslampe gemausert. Das Design und die Verarbeitung sind top, ich würde sie am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Die 620 Lumen Leistung der LED übertreffen meine Anforderungen bei weitem.
Da sie eine super Ausleuchtung des Nahbereichs und die Möglichkeit des Ladens per USB bietet, ist die RS11 zu meiner ständigen Begleiterin in meinem Jeep geworden, wo sie bei Bedarf über das iPhone-Ladegerät mit Strom versorgt wird.
Die RS11 wird bestimmt nicht meine einzige Klarus bleiben…

Danke für euer Interesse und viel Spass mit der Klarus RS11…!

Marco Juli 2012

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