Olight X7 getestet vom Lumenhunter

Review Olight X7 Marauder

(Review by Lumenhunter)

Warnung: die hier vorgestellte Lampe ist in den höchsten Stufen so hell, dass man wegen der Blendung auf keinen Fall Menschen oder Tiere anleuchten sollte.

 

Ich besitze schon einige helle Taschenlampen. Dabei handelt es sich jedoch hauptsächlich um Thrower, das heisst, um Lampen mit grosser Leuchtweite. Bei der Olight X7 Marauder handelt es sich um einen Fluter. Die Lampe verteilt ihre ganze Lichtpower mehr in die Breite als in die Weite. Trotzdem erreicht sie dabei eine Reichweite von bis zu 313 Meter.

Bevor ich näher auf die Olight X7 eingehe, zuerst einmal ein paar technische Daten:

 

Technische Daten

LEDs:              3 x CREE XHP70 LEDs in der Lichtfarbe Cool White (kühle Lichtfarbe)

Leuchtweite:    bis zu 313 Meter

Akkus:            die Lampe benötigt 4 x 18650er Li-Ion-Akkus

Material:         AL6061-T6 Aluminium

Belastbarkeit: Die Lampe übersteht Untertauchen bis 2 Meter (IPX8) und Stürze aus 1 Meter Höhe

 

Masse:           Länge: 172mm, Durchmesser Kopf: 68mm, Durchmesser Lampenrohr: 52mm

Gewicht:         471g (ohne Akkus), 670g (mit Akkus)

 

Leuchtstufen, Lumen und Leuchtdauer

Turbo S: 9000 (1800) Lumen ; 2.5 + 200 Minuten

Turbo: 5500 (1800) Lumen ; 8 + 215 Minuten

High: 3000 (1800) Lumen ; 32 + 200 Minuten

Medium: 1000 Lumen ; 390 Minuten

Low: 300 Lumen; 18 Minuten

Nightlight: 3 Lumen; 30 Minuten

  • mit Olight HDC 3500mAh 18650er Akkus

Die Lampe kann die hohen Helligkeiten nur für kurze Zeit liefern und schaltet danach auf ca. 1800 Lumen runter (in der Tabelle in Klammern). Unter Leuchtdauer zeigt die erste Zahl die Leuchtdauer mit voller Helligkeit an, bevor die Lampe runterregelt und die restliche Zeit mit ca. 1800 Lumen weiterleuchtet.

Mitgeliefertes Zubehör: Holster und Anleitung

Zur Lampe

Die Lampe ist mit einer Helligkeit von bis zu 9000 Lumen ein wahres Lichtmonster. Um solche Power zu erzeugen, wird es wohl schon einen echten Brocken von Lampe brauchen. So dachte ich mir jedenfalls. Als ich dann nach dem Öffnen der Packung die Lampe in der Hand hielt, schaute ich erst nochmals auf die Packungsvorderseite, um zu prüfen, ob ich da auch wirklich die richtige Lampe zugeschickt bekommen habe. Ich hätte nicht erwartet, dass die Lampe so klein ist. Die Lampe ist ein richtig kleiner Handschmeichler. Aber ein Leichtgewicht ist sie nicht. Mit eingelegten Akkus wiegt sie immerhin 670 Gramm. Da merkt man, dass man Qualität in den Händen hält.

Grössenvergleich der Lampe mit einer 0,33L-Getränkedose

Für die Lichtpower verantwortlich sind drei CREE XHP70 LEDs. Diese LEDs bestehen eigentlich jeweils aus 4 LEDs, die zu einer "grossen" LED zusammengefasst wurden. Daher ist mit nur drei LEDs so eine Lichtpower möglich.

Blick von vorne auf die Lampe
Blick auf eine einzelne XHP70 LED

Stromversorgung

Die Lampe benötigt für den Betrieb vier hochwertige 18650er Li-Ion-Akkus. Am besten die von Olight empfohlenen HDC 3500mAh. Dabei handelt es sich um Hochleistungsakkus die auch auf der höchsten Leuchtstufe der Olight X7 den nötigen Saft liefern können. Bei dieser Lampe sollte man keine Kompromisse eingehen und irgendwelche Billigakkus verwenden. Auf der höchsten Leuchtstufe zieht die Lampe so viel Strom, dass billige Akkus rasch an ihre Leistungsgrenze kommen. Das heisst, dass sie den benötigten Strom gar nicht liefern können und bei geschützten Akkus die Schutzschaltung ausgelöst wird. Dann steht man einfach im Dunkeln da. Neben den Olight-Akkus habe ich noch andere Hochleistungsakkus getestet. Entweder war es damit gar nicht möglich auf die hellste Stufe zu schalten oder die Schutzschaltung im Akku wurde ausgelöst und es ward dunkel. Wichtig: Bei solchen Hochleistungslampen dürfen nur Akkus der gleichen Marke, mit gleicher Leistung und der gleichen Ladung verwendet werden.

 

Um die Akkus in der Lampe einzulegen, wird der Batteriefachdeckel an der Hinterseite abgeschraubt.

Zwei Akkus kommen dann mit dem Pluspol nach unten in die Lampe und zwei Akkus mit dem Minuspol nach unten (diese kommen dort rein, wo man am Rohrende die Federn sieht). Die Kontakte für den Pluspol des Akkus haben keine Erhebung. Akkus mit ganz flachem Pluspol werden hier  Kontaktprobleme haben. Es empfiehlt sich daher Akkus mit herausstehendem Pluspol zu verwenden.

Zum Schliessen des Deckels müssen zwei Zapfen im Deckel in die Vertiefungen in der Lampe gesteckt werden. Im Dunkeln könnte das je nachdem etwas fummelig werden.

Die Lampe hat auf der Seite eine kleines Akku-Warnlämpchen. Ist der Ladezustand der Akkus im Betrieb zu niedrig, leuchtet dieses rot.

 

Da die Lampe einen elektronischen Schalter hat, wird auch im ausgeschalteten Zustand immer leicht Strom von den Akkus gezogen. Dies kann dazu führen, dass sich die Akkus innerhalb von einigen Monaten entleeren. Wird die Lampe längere Zeit nicht gebraucht, empfiehlt es sich daher, die Akkus aus der Lampe zu nehmen.

Leider lässt sich der Kontakt zu den Akkus durch leichtes Aufdrehen des Akkudeckels nicht unterbrechen. Bei einigen Lampen lässt sich so der Standby-Verbrauch verhindern. Ebenfalls würde dies ein unbeabsichtigtes Einschalten verhindern. Dafür gibt es jedoch bei der Lampe eine andere Lösung (siehe nächster Abschnitt).

Bedienung

Sind die geladenen Akkus eingesetzt, kann die Lampe verwendet werden. Die Bedienung erfolgt über einen Schalter auf der Seite der Lampe. Dieser ist so gestaltet, dass er auch im Dunkeln gut ertastbar ist. Sogar mit Handschuhen lässt sich die Lampe bedienen. Die Benutzung der Lampe ist eigentlich recht einfach. Drückt man einmal auf den Knopf, schaltet sich die Lampe mit der letzten verwendeten Leuchtstufe ein. Um die Helligkeitsstufe zu ändern, hält man den Knopf gedrückt. Die Lampe durchläuft dann nacheinander die drei Leuchtstufen von Low nach High und wieder von vorne. Braucht man mehr Licht, drückt man zwei Mal schnell hintereinander den Knopf und landet im Turbo-Modus. Ein erneuter Doppelklick schickt die Lampe in den Turbo S-Modus mit ganzen 9000 Lumen. Durch dreimaliges schnelles Drücken des Schalters kommt man in den Strobmodus. Dies funktioniert bei ein- oder ausgeschalteter Lampe. Das schnell blitzende Licht dient der Selbstverteidigung und kann dazu dienen einen Angreifer zu verwirren. Auch der Turbomodus kann bei ausgeschalteter Lampe direkt durch einen Doppelklick aktiviert werden. Ist man in einem der beiden Turbomodi, hält man den Schalter gedrückt und kommt so wieder zu den Normalmodi. Durch einmaliges Drücken des Schalters bei eingeschalteter Lampe, schaltet die Lampe aus.

 

Die Lampe hat auch einen sogenannten Nightlight Modus. Hier leuchtet die Lampe mit nur 3 Lumen. Sind die Augen an die Dunkelheit gewohnt, reicht dies, um etwas zu sehen ohne die Nachtsichtfähigkeit zu sehr zu stören. Aktiviert wird das Nightlight, indem man bei ausgeschalteter Lampe den Schalter gedrückt hält, bis das Licht angeht. Hält man dann den Schalter weiter gedrückt, geht die Lampe in den Lockout Modus. Dieser verhindert unbeabsichtigtes Einschalten der Lampe. Drückt man nun auf den Schalter, leuchten die LEDs nur ganz kurz auf. Erst wenn man den Schalter für längere Zeit gedrückt hält, lässt sich die Lampe wieder einschalten.

Das Licht

Die LEDs der Lampe produzieren ein kühlweisses Licht. Auf Grund der verwendeten LEDs und der Art des Reflektors leuchtet die Lampe mehr in die Breite als in die Weite. Es handelt sich bei der Lampe also um einen klaren Fluter. Die Lampe wirft eine enorme Menge an Licht raus. Da diese aber auf eine breite Fläche verteilt wird, scheint es im direkten Vergleich nicht so hell wie bei einer Lampe, die das ganze Licht in einem hellen Spot bündelt. Dafür hat man dort dann kaum Licht in der Umgebung.

Die Olight X7 leuchtet so breit, dass man einen guten Überblick hat, was gerade vor einem liegt. Bei einer Lampe mit gebündelterem Strahl sieht man immer nur, was man direkt anleuchtet. Um zu sehen, was daneben ist, muss man die Lampe herumschwenken. Bei der Olight X7 ist einfach alles vor einem gut ausgeleuchtet. Ist man in einem Raum mit weisser Decke, kann man die Lampe auch mit dem Hinterteil auf den Boden stellen und den Raum über die Decke indirekt beleuchten. Das ist dann so hell, wie wenn man die Zimmerbeleuchtung an hätte.

Auf dem folgenden Bild sieht man gut den breiten Ableuchtwinkel der Lampe (hier auf Low)

Für wen ist die Lampe geeignet?

Die Lampe eignet sich für jeden, der den näheren Bereich gut ausleuchten möchte. Dank den unterschiedlichen Helligkeitsstufen hat man immer die gerade benötigte Menge Licht zur Verfügung. Braucht man eine Lampe, um in weiter Ferne etwas zu erkennen, kauft man sich besser eine andere Lampe (z.B. die Acebeam K60 oder den ultimativen Thrower Acebeam K70).

 

Einige mögliche Anwendungsgebiete:

-Sicherheits- und Wachdienst um ein Gelände gut auszuleuchten

-Rettungsdienst bei Such- und Rettungseinsätzen

-Outdoor auf Wanderungen, beim Geocaching oder anderen Aktivitäten

-beim Camping (die Lampe kann man z.B. im Zelt auf ihr Hinterteil stellen und hat so eine gute Zeltlampe)

-in der Fotografie für Lightpainting oder zur Ausleuchtung einer Szene

-bei Höhlenbegehungen für eine grossflächige Ausleuchtung

-im Haushalt, wenn man eine breitflächige Ausleuchtung braucht (z.B. wenn man auf dem etwas überstellten Dachboden etwas sucht)

Fazit

Die Lampe gefällt mir richtig gut. Und das bezieht sich auf Aussehen und Leistung. Die Qualität ist, wie von Olight gewohnt, sehr gut. Das einzige, was ich hier bemängeln könnte, ist eine nicht ganz zentrierte LED.  Dies hat aber keinen Einfluss auf die Leistung der Lampe. Von der Grösse her verdient die Lampe die Bezeichnung TASCHEN-Lampe. Bequemer trägt sie sich aber im Mitgelieferten Holster. Die Bedienung der Lampe ist unkompliziert und was sie an Licht rauswirft ist einfach unglaublich. Schade, dass man die 9000 Lumen nur recht kurz nutzen kann und nur mit vollgeladenen Akkus. Es macht aber auch mit den weniger hellen Leuchtstufen richtig Spass mit der Lampe rumzuleuchten. Ich hätte der Lampe vielleicht noch eine weitere Stufe mit so 100 Lumen spendiert, da auch die 300 Lumen auf Low immer noch recht hell sind. Aber sonst ist die Lampe schon fast perfekt.

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(1) Kommentare

  • Tolle Lampe auch für unter Tage

    Ich war gestern mit der Olight X7 in einem alten Bergwerk unterwegs. Die Dimensionen der Gänge und Hallen waren enorm. Mit der Olight X7 konnte ich die Räume schön hell und breit ausleuchten. War schon cool, wenn man mit der Stirnlampe einen kleinen Ausschnitt gesehen hat. Dann mal kurz die X7 an und der Raum war komplett ausgeleuchtet. Auch um in der sonst nachtschwarzen Umgebung zu fotografieren ist die Lampe ideal.

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