Messerwelt – Verschlussmechanismen Teil 2

Hier kommt der zweite Teil unseres Beitrags zu Verschlussmechanismen von Klappmessern. Letztes Mal haben wir den Slip-Joint- und Back Lock Mechanismus unter die Lupe genommen, dieses Mal widmen wir uns den bekannten Liner- und Frame Lock Mechanismen.


Liner Lock:

Das Liner Lock funktioniert über eine Platine, welche sich auf der Innenseite des Messergriffs befindet. Die äusseren Griffschalen, welche man mit der Hand umfässt sind vielfach aus G-10, Karbonfaser oder sonstigen Kunststoffen gefertigt. Sie sollen dem Verwender neben hoher Ergonomie auch genügend Halt und Stabilität bieten. Die Platineselbst, der sogenannte Liner, ist Herzstück und gleichzeitiger Namensgeber des Liner Locks. Sie besteht meist aus einem sehr korrosionsresistenten, widerstandsfähigen Metall wie Edelstahl oder Titan. So wird die Abnutzung des Locks minimiert und die mechanische Funktion des Messers gewährleistet.

Der Liner ist angebogen und drückt somit stets auf die Innenseite des Messers, in Richtung Klinge. Sobald diese geöffnet wird, entsteht ein Freiraum wodurch der Liner einrasten kann und am Klingenhinterteil, dem Erl, arretiert. So wird das Messer sicher und fest im geöffneten Zustand gehalten. Zur Schliessung kann man mit dem Daumen den gezahnten Oberteil des Liners wieder zur Seite schieben, um den Erl zu befreien und die Klinge wieder eindrehen zu können. Liner Lock Klappmesser erfreuen sich grosser Beliebtheit, denn sie sind einfach in der Herstellung und lassen dem Produzenten viel Freiheit und Möglichkeiten beim Design. Ein grosser Einfluss auf die weite Verbreitung dieses Verschlussmechanismus hat auch die einhändige Öffnung, wodurch sich Liner Locks besonders für taktische Klappmesser eignen. Der Verschlussmechanismus bietet eine geschmeidige, rasche Bedienung und gleichzeitig hohe Sicherheit.

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Frame Lock:
Beim Frame Lock herrscht das gleiche Prinzip bzw. der gleiche Mechanismus wie beim Liner Lock. Der einzige Unterschied ist, dass beim Frame Lock der Messergriff selbstals Verschluss dient, es gibt keine eingesetzte Stahlplatine. Stattdessen hat eine der beiden Griffschalen einen L-förmigen, eingebogenen Einschnitt, welcher die gleiche Funktion wie ein Liner beim Liner Lock übernimmt. Als Material für die Verschlussseite verwenden die Messerhersteller oftmals eine äusserst harte Titanlegierung oder Edelstahl, je nach Preisklasse des Messers. Das Resultat dieser Fertigungsart ist ein merkbardickerer Verschluss als beim Liner Lock. Vergleicht man die Dicke des Frame Lock Verschlusses mit einem Liner, ist der Unterschied deutlich erkennbar. Aufgrund dieser Dicke und der Tatsache, das ein Frame Lock sozusagen aus einem Guss besteht, glänzt dieser Verschlussmechanismus mit überragender Stabilität und Sicherheit.

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Bei aller Liebe zum Detail und Vernarrtheit in Klappmesser, deren Dicke des Verschlusses, Härte des Materials und Güte der Verarbeitung sollte man nie den Sinn und Zweck eines bestimmten Messers aus den Augen verlieren. Klappmesser sind durch die Verschiedenen Bauteile, Komponenten und bewegliche Teile generell gesehen weniger stabil als Messer mit feststehender Klinge. High-End Klappmesser mit ausserordentlich hochwertigen Materialien und tiefen Produktionstoleranzen halten zwar einiges an Belastung aus, für sehr grobe Arbeiten empfiehlt sich aufgrund Effizienz und Sicherheit aber trotzdem ein festehendes Messer.

 

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