Messerwelt – Verschlussmechanismen Teil 1

Verschlusssmechanismen bei Klappmessern

Klappmesser gibt es in unzähligen Variationen. Von den verwendeten Materialien, übers Design, bis hin zu den mechanischen Eigenheiten gibt es so viele unterschiedliche Variationen, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Wir möchten euch daher nachfolgend einen kleinen Überblick über die verschiedenen Verschlussmechanismen der exisitierenden Klappmesser gewähren. Es geht hier erstmals um die typischen, altbewährten und weitest verbreiteten Verschlüsse. Jeder Verschluss, bzw. jedes Lock hat seine Eigenheiten und dementsprechend Einfluss auf den Charakter und den Einsatzzweck des jeweiligen Messers.

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Slip-Joint:

Der Slip-Joint Mechanismus ist ein klassischer Klappmesser Verschluss, ohne wirklicheVerriegelung oder Arretierung der Klinge.

Bei Slip-Joint Klappmessern übt eine, in der Mitte des Messergriffs vernietete, Feder einen gewissen Druck auf den Klingenhinterteil aus. Beim Öffnen der Klinge überwindet man diesen Druck und die Feder wird durch den Klingenhinterteil, den sogenannten Erl, nach oben gedrückt. Ist die Klinge geöffnet kann die Feder wieder einrasten und durch den Druck die Klinge geöffnet halten. Wie man sich vorstellen kann, ist dieser Druck nicht besonders hoch.

 

Da eine mechanische Verriegelung fehlt, kann die Klinge je nach Verwendung auch mal unbeabsichtigt einklappen. Der Slip-Joint Verschluss ist also nicht unbedingt für seine Robustheit bekannt und eignet sich daher kaum für gröbere Arbeiten.

Slip-Joint Messer waren im Umlauf bevor die modernen Verschlussmechaniken wie Frame Lock, Liner Lock oder Back Lock erfunden wurden und haben dadurch bereits nostalgischen Charakter erreicht.

Da Slip-Joints Verschlüsse hervorragend aneinandergereiht werden können, eignen sie sich hervorragend für Messer mit mehreren Klingen wie zum Beispiel das Schweizer Sackmesser. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Slip-Joint Klappmesser ist auch deren zweihändige Bedienung. Da taktische, einhändige Klappmesser vielerorts verboten sind, stellen Slip-Joints oftmals eine brauchbare Alternative dar zu den illegalen Foldern.

 

Back Lock:

Beim Back Lock befindet sich im Rücken des Messergriffs eine Aussparung in der eineWippe zum Vorschein kommt. Diese Wippe ist federgespannt und drückt nach unten zur Innenseite des Klappmessers.

Beim Öffnen der Klinge rastet diese Wippe durch den Federdruck in den ausgefrästen Erl ein. Durch diese Ausfräsung ist die Wippe fest mit der Erl verbunden und hält die Klinge fest in geöffneter Stellung. Sobald man die Wippe am Griffrücken betätigt hebt sich deren Vorderteil aus dem Erl und die Klinge kann bequem geschlossen werden.

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Die sogenannten Mid-Lock Klappmesser (auf dem Bild ersichtlich) sind eine Art von Back Locks, bei denen sich die Aussparung in der Mitte des Griffes statt ganz am Ende befindet. Das Prinzip ist jedoch genau das gleiche.

Der Back Lock Mechanismus ist ein sehr gängiger Verschluss, welcher bereits vor dem Liner Lock existierte. Aufgrund Ihrer Konstruktionsweise gelten Back Locks als ausgesprochen stabil, robust und einfach bedienbar. Der Hersteller hat hingegen weniger Vorteile, da der Lock Back Verschluss eher schwierig herzustellen ist und dem Design der Klappmesser somit Grenzen gesetzt sind.

 

Dies war der erste Teil unseres Klappmesser Verschluss Beitrags. Das nächste Mal werden wir die bekannten und beliebten Liner Lock und Frame Lock Mechanismen unter die Lupe nehmen. Diese sind vor allem bei taktischen Foldern sehr beliebt und haben ihren Erfolg zum grossen Teil der einhändigen Bedienung zu verdanken.

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