Interview mit einem Polizisten

Interview mit einem Polizisten

 

Yonc hatte die unglaubliche Gelegenheit mit einem Polizisten aus Zürich ein Interview durchzuführen. Wir wollten wissen, warum man sich zum Beruf "Polizei" entscheidet, was man für eine Ausbildung braucht und welche Ausrüstung für die Ausübung der verschiedenen Tätigkeiten notwendig sind. Der Polizist sorgt für unsere Sicherheit und Schützt uns vor Ungerechtigkeit. 


Allgemeine Fragen:

 

  • Wie bist du zu deinem Polizei-Beruf gekommen?

Mir war schon als Kind klar, dass ich Polizist werden wollte. Es ist ein spannender Beruf. Man hat sehr viel Verantwortung und sehr viel Abwechslung.

 

  • Welche Voraussetzungen braucht es um Polizist zu werden?

Wichtig ist, dass man sportlich fit ist. Man muss viel Ausdauer und Kraft haben.
Man muss sehr flexibel sein. Die Arbeitszeiten sind unberechenbar.
Als Polizist hat man eine Vorbildfunktion. Man muss sich gut präsentieren.
Sozialkompetenz ist ganz wichtig. Die Herausforderung liegt darin, jemanden zu erklären, dass er sich falsch verhalten hat, mit dem Ziel, dass er es einsieht.

 

  • Was sind die positiven und negativen Aspekte im Polizeiberuf?

Positiv:

  • Der Zusammenhalt der Arbeitskollegen.
  • Man lernt viele Menschen kennen.
  • Die Arbeitszeiten sind “flexibel”. Falls man z.B. einen wichtigen Termin hat, kann man mühelos seine Schicht mit einem Kollegen tauschen.
  • Man trifft eigene Entscheidungen. Wir können selbst entscheiden, was wir in unserem Bezirk “kontrollieren” wollen.

Negativ:

  • Der Beruf wird überwiegend in der Öffentlichkeit ausgeübt. Wenn ich z.B. jemanden verhafte, dann weiss er wie ich aussehe und wo ich arbeite. Der “Hass” von der betroffenen Person ist leider vorhanden. Man sieht mich nur als Polizisten und nicht als “normalen” Menschen, der nur seinen Beruf ausübt.
  • Die Schichtdienste sind teilweise sehr anstrengend. Es kann vorkommen, dass man zwei Schichten hintereinander macht.
  • Körperliche Gewalt ist immer ein Risiko. Man weiss nie welche Person einem gegenüber steht. Heutzutage kann man Waffen ziemlich leicht verstecken und bei sich tragen.

 

  • Welche Gefahren können auf einen Polizisten zukommen?

Oft kommt es zu Messerangriffen, da Messer in der Schweiz überall erhältlich sind.
Der Gebrauch von Schusswaffen kommt auch nicht selten vor. Fast jeder 3te Haushalt in der Schweiz hat eine Schusswaffe.
Am häufigsten kommen körperliche Angriffe vor. Es gibt viele, die schnell aggressiv werden und mit der Polizei nicht zurechtkommen.

 
Schulische Fragen:

 

  • Wo hast du die Rekrutenschule absolviert?

Besucht habe ich die Zürcher Polizeischule

 

  • Wie lange dauerte die Ausbildung?

Das ist teilweise sehr unterschiedlich. Bei mir waren es zwei Jahre - 1 Jahr Polizeischule und 1 Jahr Praktikum in einer Polizeistation.

 

  • Wie wichtig sind dir Weiterbildungen und was gibt es für Weiterbildungsmöglichkeiten?

Weiterbildungen sind sehr wichtig. Es wird vorausgesetzt, dass ein Arbeitsplatzwechsel alle vier Jahre stattfindet. Nach der Ausbildung kann jeder selbst entscheiden wohin er geht (z.B. Verkehr, Sicherheit, Staatsanwaltschaft, Kriminal). Das finde ich persönlich super, denn dadurch lernt man auch die verschiedenen Bereiche der Polizei kennen. Jeder Bereich hat unterschiedliche Aufgaben und dadurch wird es nie langweilig und man lernt nie aus.

 

Ausrüstungsfragen:

 

  • Was braucht es für Ausrüstungsgegenstände um den Dienst zu verrichten?

Insgesamt wiegt meine komplette Ausrüstung ca. 14 kg (inklusive Schutzweste). Was im Dienst nie fehlen darf sind:

  • Handschellen
  • Magazin (SIG oder Glock)
  • Mehrzweckstock
  • Taschenlampe
  • Handschuhe
  • Funkgerät
  • Waffe
  • Pfefferspray
  • Schutzweste

 

  • Auf was legst du bei der Einsatzausrüstung besonders wert?

Qualität (die Lebensdauer sollte länger als ein Jahr sein)
Funktionalität (man muss sich auf die Ausrüstung verlassen können)
Bequemlichkeit (Ausrüstung sollte bei verschiedenen Aktivitäten nicht stören)

  • Wie bekommst du deine Ausrüstung?

Der grösste Teil wird von der Kapo organisiert, jedoch darf man sich selbst mit “Arbeitsmitteln” ausrüsten (z.B. bequemere Schuhe oder andere Taschenlampe). Üblich ist es, dass man am ersten Tag die komplette Ausrüstung gestellt bekommt.

 

Arbeitsfragen:

 

  • Was gibt es für Aufgaben im Polizeidienst bei der “Kantonspolizei Zürich”?

wir sind hauptsächlich für die Verkehrssicherheit zuständig.
Auch helfen wir bei anderen Polizeistationen in jedem Bereich aus.

 

  • Wie sieht ein Arbeitstag bei der “Stadtpolizei Zürich” aus?

Der Alltag ist sehr vielfältig. Der Tag fängt immer mit einer Besprechung an und die Einsatzgebiete werden aufgeteilt. Was wir in den jeweiligen Gebieten machen, dürfen wir selbst entscheiden.

Alle drei Tage werden die Polizeiberichte geschrieben (wann was vorgefallen ist etc.). So arbeitet man ungefähr 80% im Einsatz und 20% im Büro.

 

  • Wie sind die Arbeitszeiten?

Die Arbeitszeiten sind unterschiedlich, es gibt Frühdienst, Spätdienst und Nachtdienst. Der Früh- und Nachtdienst werden am gleichen Tag gemacht.

 

  • Hast du viele Arbeitskollegen?

In meiner “Gruppe” sind wir zwölf Polizisten.

 

  • Würdest du dich wieder für den Polizeiberuf entscheiden?

Definitiv würde ich den Beruf wieder wählen. Obwohl es ab und zu schwierig und gefährlich ist, weiss man, dass man das “Richtige” macht und den Menschen helfen möchte.

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